Der Wechsel von der PKV in die GKV

Die Entscheidung für eine private Krankenversicherung (PKV) ist oft eine Entscheidung fürs ganze Leben. Einkommenseinbußen, die Angst vor steigenden Beiträgen oder nicht benötigte Leistungen können bei Versicherten jedoch nach einiger Zeit den Wunsch auslösen, sich von ihrem Anbieter zu trennen. Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist jedoch streng geregelt und nur unter bestimmten Bedingungen möglich.


Gehaltshöhe ermöglicht Wechsel von PKV zu GKV

Selbstständige, Beamte und Studenten können sich jederzeit privat krankenversichern. Für Arbeitnehmer ist die Voraussetzung für die Aufnahme in die private Krankenversicherung im Jahr 2018 ein Einkommen über 59.400 Euro, welches bei Antragsstellung für mindestens die letzten zwölf Monate nachgewiesen werden muss. Die sogenannte Versicherungspflichtgrenze kann abhängig von der Lohnentwicklung erhöht werden: 2017 betrug sie noch 57.600 Euro. Liegt der Verdienst weiterhin oberhalb der Grenze, muss der Versicherte in der Regel in der privaten Krankenversicherung bleiben. Liegt der Arbeitnehmer mit seinem Gehalt auf mindestens zwölf Monate gerechnet unterhalb der Grenze, wird er wieder versicherungspflichtig und die Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse ist notwendig.

Ein möglicher Grund dafür, dass der Versicherte unter die Einkommensgrenze fällt, ist die Erhöhung dieses Wertes. Auch eine Einkommenskürzung kann den Wechsel PKV GKV auslösen. Eine solche kann der Versicherungsnehmer bewusst durch unterschiedliche Maßnahmen herbeiführen:

  • Teilzeit-Vertrag oder Sabbatjahr: Befindet sich der Versicherte in einem Angestelltenverhältnis, so kann er mit seinem Arbeitgeber einen Teilzeit-Vertrag oder ein Sabbatjahr vereinbaren. Dabei sollte der neue Arbeitsvertrag nicht aufführen, dass es sich nur um eine vorübergehende Kürzung des Einkommens handelt.
  • Einzahlung in die betriebliche Altersvorsorge: Durch die Einzahlung einer begrenzten Summe in die betriebliche Altersvorsorge lässt sich das Bruttoeinkommen durch die sogenannte „Entgeltumwandlung“ unter Umständen soweit reduzieren, dass es unter den Grenzbetrag fällt. Eine einmalige Zahlung des gewünschten Jahresbeitrags in die betriebliche Altersvorsorge ist meist ausreichend, da das verringerte Einkommen für nur zwölf Monate bestehen muss. Der Arbeitgeber muss dann die Versicherungspflicht melden.

Alter kann den Wechsel PKV GKV unmöglich machen

Privatversicherten ab dem 55. Lebensjahr bleibt die Rückkehr in die PKV GKV fast immer verwehrt. Dies gilt auch für Arbeitslose mit Anspruch auf Arbeitslosengeld und für Rentner. Eine Chance haben sie möglicherweise in folgenden Fällen:

  • Der Privatversicherte war in den vergangenen fünf Jahren mindestens für einen Tag in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert.
  • Ein verheirateter Selbstständiger gibt seine Selbstständigkeit auf und sein Ehepartner ist in einer Krankenkasse versichert. Unter Umständen kann er dann über seinen Ehepartner in einer Familienversicherung gemäß § 10 Sozialgesetzbuch V (SGB V) versichert werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass er kein eigenes Einkommen mehr besitzt bzw. dieses 450 Euro nicht übersteigt. Unter Einkommen werden auch sonstige Einkünfte, etwa aus Vermietung, Verpachtung oder Zinsen, gefasst.

Berufsstatus beeinflusst die Option zum Wechsel PKV GKV

Ob eine Möglichkeit zum Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung besteht, ist je nach Berufsstatus unterschiedlich wahrscheinlich:

  • Studenten: Wer als Student privatversichert ist, bleibt dies während der gesamten Zeit des Studiums. Erst bei Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses werden Studenten wieder versicherungspflichtig und können den Wechsel von PKV zu GKV vollziehen.
  • Berufseinsteiger: Berufsanfänger, die zuvor privatversichert waren, werden mit der Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages versicherungspflichtig. Dann ist eine sofortige Rückkehr in die GKV möglich, auch wenn das Jahresbruttogehalt von Beginn an so festgelegt ist, dass es in den folgenden zwölf Monaten die Versicherungspflichtgrenze übersteigen wird. Grund: Voraussetzung für die Versicherung in einer privaten Krankenversicherung ist, dass das Einkommen bereits mindestens zwölf Monate lang kontinuierlich über dem Mindestbetrag lag.
  • Selbstständige: Für Selbstständige kommt der Wechsel PKV GKV nur dann infrage, wenn sie ihre Selbstständigkeit aufgeben und
    a) in einem Arbeitsverhältnis beschäftigt werden. Nur in diesem Fall tritt die Versicherungspflicht ein. Zusätzlich müssen sie unterhalb der Versicherungspflichtgrenze verdienen.
    b) gar keine oder nur sehr geringe Einkünfte auf Minijob-Niveau haben. Sie können dann ggf. in die gesetzliche Familienversicherung ihres Ehepartners wechseln.

  • Arbeitslose: Zuvor privatversicherte Arbeitslose werden in der Regel durch das Arbeitsamt gesetzlich krankenversichert. Voraussetzung ist, dass sie Arbeitslosengeld I beziehen. Wenn sie hingegen Arbeitslosengeld II (Hartz-IV) beziehen, müssen sie weiterhin privatversichert bleiben.
  • Rentner: Auch mit dem Eintritt in die Rente bleiben Privatversicherte in der Regel an ihre PKV gebunden. Sie können sich dennoch freiwillig gesetzlich in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) versichern, wenn sie innerhalb der vergangenen fünf Jahre für mindestens 24 Monate Mitglied bei einer Krankenkasse waren.

Wechsel von der PKV in die GKV gut abwägen

Die Optionen für den Wechsel PKV GKV sind kompliziert und stehen nicht allen Betroffenen grundsätzlich offen. Einzelfälle können die Rückkehr in die GKV dennoch möglich machen. Versicherte, die in die gesetzliche Krankenkasse wechseln möchten, sollten sich daher individuell von einem Versicherungsexperten beraten lassen. Eine Alternative für die Rückkehr in die Krankenkasse kann der Wechsel in einen günstigeren Tarif innerhalb derselben privaten Krankenversicherung sein.