Wird Ihr Krankenkassenbeitrag 2018 günstiger?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) könnte für viele Versicherte im nächsten Jahr günstiger werden. Da die Kassen derzeit finanziell so gut aufgestellt sind, plant der GKV-Schätzerkreis den durchschnittlichen Krankenkassenzusatzbeitrag von 1,1 auf 1,0 Prozent zu senken. Doch die Krankenkassen wehren sich gegen diesen Vorschlag. Eine Entscheidung ist Anfang November 2017 zu erwarten.

Seit der Einführung des Krankenkassenzusatzbeitrags teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge zur Krankenkasse nicht mehr jeweils zur Hälfte auf. Der Arbeitgeber zahlt einen fixen Beitragssatz von 14,6 Prozent und beteiligt sich nicht an dem Zusatzbeitrag. Von dessen Senkung ist aktuell die Rede. Im Schnitt zahlen Kassenpatienten derzeit einen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent, wodurch sie durchschnittlich 15,7 Prozent ihres Bruttolohns an ihre Krankenversicherung zahlen. Nun stellt sich die Frage, ob das Gesundheitsministerium dem Rat des zuständigen Schätzerkreises folgt und den durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2018 um 0,1 Prozentpunkte – also auf durchschnittlich 15,6 Prozent – senkt.


Krankenkassenzusatzbeitrag: Können sich die Kassen die Senkung leisten?

Die Entscheidung, ob der durchschnittliche Krankenkassenzusatzbeitrag zum Jahreswechsel gesenkt wird oder bei 1,1 Prozent bleibt, liegt letztlich beim Gesundheitsministerium (BMG). Bisher hat sich das BMG stets an die Empfehlung des GKV-Schätzerkreises gehalten. Doch nun kommen Zweifel auf, da der GKV-Spitzenverband und die Krankenkassen vehement gegen die vorgeschlagene Senkung argumentieren: Die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung müssten auch im Jahr 2018 stabil bleiben und da die Kassen mit hohen Gesundheitsausgaben rechnen, könnte die Senkung des Zusatzbeitrags die finanzielle Stabilität gefährden, so die Kritiker.

Darüber hinaus geht es nicht allen gesetzlichen Krankenkassen gut. Nur einige wenige, unter ihnen beispielsweise die AOKs, sind finanziell sehr gut aufgestellt. Den Kassen, deren Finanzen aktuell nicht so rosig aussehen, müssen wohl ohnehin ihren kassenindividuellen Zusatzbeitrag erhöhen und stünden durch eine Senkung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags noch schlechter da als zuvor. Aus Perspektive vieler Krankenkassen ist eine Senkung demnach eher unattraktiv.

Wie viel merken die Versicherten von einem niedrigeren Krankenkassenbeitrag?

Wie viel die Versicherten von einem durchschnittlich niedrigeren Krankenkassenzusatzbeitrag merken würden, kommt ganz auf die Krankenkasse an, bei der sie Mitglied sind. Denn die Zusatzbeiträge sind von Kasse zu Kasse unterschiedlich und zeigen sich somit verschieden stark auf dem Gehaltszettel. Wer bisher 15,7 Prozent seines Bruttolohns für die GKV zahlte und künftig mit einem reduzierten Zusatzbeitrag nur 15,6 Prozent aufbringen müsste, würde bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.000 Euro drei Euro pro Monat sparen.

Diese kleine Ersparnis bekommen jedoch nur die gesetzlich Versicherten zu spüren, deren Kassen den Krankenkassenzusatzbeitrag anpassen. Sie sind – unabhängig von der Entscheidung, die das Gesundheitsministerium Anfang November fällt – nicht dazu verpflichtet, der Empfehlung zu folgen.

Was können Versicherte tun, wenn sich der Krankenkassenzusatzbeitrag erhöht?

Im letzten Jahr ist der durchschnittliche Krankenkassenbeitrag mit 1,1 Prozent stabil geblieben. Für das Jahr 2018 wird dieser Durchschnittswert nun entweder um 0,1 Prozentpunkte verringert oder bleibt gleich. Egal wie die Entscheidung ausfällt: Die einzelnen Krankenkassen können unabhängig von diesem durchschnittlichen Wert ihren Zusatzbeitrag individuell anpassen. Bei den finanziell gut aufgestellten Kassen bleibt der Beitrag höchstwahrscheinlich stabil, bei anderen könnte es teurer für die Mitglieder werden.

Sollten einige Krankenkassen ihre Beiträge für 2018 anpassen, müssen sie ihre Mitglieder darüber informieren. Sie sind dann auch verpflichtet, die Versichertendarauf hinzuweisen, dass sie zu einem anderen Anbieter wechseln können. Den Versicherten wird ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt, sofern sich ihre Krankenkasse für eine Beitragskorrektur nach oben entschließt.